Othmar Schraußer

Hauptschullehrer. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1906    † 1942

 

Lebenslauf

Othmar Schraußer wurde am 26.10.1906 in Edelsbach (Steiermark) geboren. Er war Hauptschullehrer in Graz-Webling. Othmar Schraußer war Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und des sozialdemokratischen Lehrerbundes. 1931 trat er der KPÖ bei. 1934 wurde er vom Schuldienst suspendiert, dann wieder eingestellt. 1936 kam er in Haft und wurde 1939 zwangspensioniert. Im Jänner  1940 wurde er aufgrund des Lehrermangels an die Hauptschule Graz-Straßgang berufen.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 31. 7. 1941 wurde Othmar Schraußer verhaftet und am 1. 8. 1942 in Graz gemeinsam mit Jakob Doff und Kajetan Wachter (beide hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 2.12.1942 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Schraußer hat sich zu seiner Tat herbeigelassen, obwohl die nationalsozialistische Staatsführung ihm trotz seiner marxistischen Betätigung Vertrauen entgegengebracht und ihn wieder im Schuldienst beschäftigt hat. Er hat die sich für ihn hieraus im besonderen Maße ergebende Treuverpflichtung aufs schwerste verletzt.“

Gedenkstein, Gedenktafel

Sein Name steht auf dem von der KPÖ 1948 gestifteten Gedenkstein am Fohnsdorfer Friedhof; ebenso auf der 1970 enthüllten Gedenktafel an der ehemaligen Lehrerbildungsanstalt, der heutigen Pädagogischen Akademie (Graz, Hasnerplatz 11).

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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